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Lesezeichen [ Kontakt Info QR-Code Entertainment ]Mo 20 Febr 2017 16:25:16


 Café BilderBuch.Berlin.Pressespiegel.
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Wie sich eine ehemalige Schering-Mitarbeiterin einen Traum erfüllt

Schmökern und Schmausen wie im "BilderBuch"

Träume haben es im allgemeinen so an sich, daß sie, ob tags oder nachts geträumt, auf das Reich der Phantasie beschränkt bleiben. Adelheid Gehringer aber hat die ihren in die Tat umgesetzt, sich von der Skepsis von Banken und Bekannten ("Was, noch ein Gastronomiebetrieb?") nicht entmutigen lassen und am 5. Oktober ihr "Café BilderBuch" eröffnet.

Wenn sie davon träumte, etwas anderes, eigenes zu machen, hatten ihre Ideen immer mit Dienstleistung zu tun, ob es sich um einen "Zeitungsladen mit Kaffee-Ausschank" handelte oder um das "kleine Kaufhaus für den großen Tierfreund". Augenzwinkernd schreibt Adelheid Gehringer das ihrer langjährigen Sekretärinnentätigkeit zu: "Es wird einem zur zweiten Natur, für jemanden dazusein." Sofort nach ihrem Ausscheiden bei Schering zu Beginn 1997 machte sie sich auf die Suche nach einer geeigneten Immobilie für ihre künftige Selbständigkeit. Kaum ein Bezirk war vor ihr in dieser Phase sicher, ihre Streifzüge führten sie nach Charlottenburg, Kreuzberg, Reinickendorf und beinahe hätte ein Objekt in Prenzlauer Berg den Zuschlag erhalten, wenn sie nicht im Februar in der Schöneberger Akazienstraße, ihrem heimlichen Favoriten bei der Ortswahl, das magische Schild "zu vermieten" entdeckt hätte. Adelheid Gehringer verliebte sich auf den ersten Blick in die Räumlichkeiten und hatte ihr Konzept, was sie aus diesen machen wollte, innerhalb weniger Tage fix und fertig im Kopf.

So wurde es dann in die Tat umgesetzt: Ein gemütliches Café entstand, in dem sich Gäste und Wirtin gleichermaßen wohlfühlen können. Letztere hat es sich zum Ziel gesetzt, Arbeit und Leben künftig als harmonische Einheit zu gestalten, "sonst könnte ich ja auch in eine Schraubenfabrik gehen," lacht sie. Schön für die Gäste, daß sie das nicht ernsthaft erwog, sondern statt dessen die beiden Räume des Cafés in warmen Naturtönen und mit anheimelnden Möbeln vom Flohmarkt und aus Trödelläden in eine ideale Alternative zum heimischen Wohnzimmer verwandelte. Dabei legte sie auch Wert auf Details - ihre bis dahin private Aschenbechersammlung wurde geopfert und die guten Stücke dienen nun wieder ihrer eigentlichen Bestimmung. Auch die originell dekorierten Toilettentüren dürften bald zu eigener Berühmtheit gelangen. Die Gäste dürfen, vielmehr sollen in den ausliegenden Zeitungen und Zeitschriften, aber vor allem auch in den Büchern schmökern, deren Regale zwei ganze Wände des Cafés füllen. Gegen ein geringes Entgelt kann der interessierte Leser die Bücher auch erwerben oder aber sie sich (kostenlos, versteht sich) für den nächsten Besuch zum Weiterlesen zurücklegen lassen. Auch die Kunst an den Wänden ist zum Erwerb freigegeben, das Café fungiert als Galerie: Alle zwei bis drei Monate werden die Kunstwerke ausgetauscht. Bei diesen beiden Konzeptionsschwerpunkten ergab sich der Name "BilderBuch" fast von allein...

Über dieses "Dauerangebot" hinaus ist ein abwechslungsreicher Veranstaltungskalender geplant. An Sonntagen wird, ganz in alter Kaffeehaustradition, regelmäßig von 16 bis 19 Uhr ein Tanztee stattfinden (gelegentlich sogar mit Livemusik), die Abendstunden der Samstage stehen ganz im Zeichen der Oldies, unter dem Motto: "Schöne alte Scheiben für schöne alte Schachteln und intakte Kartons". Neben diesen festen gibt es auch wechselnde Programmpunkte wie Moden- und Hutschauen, Musik vom mustergültig gestimmten Flügel und, mittelfristig geplant, eine Lesung von Günter Grass. Das kulinarische Programm beschreibt Adelheid Gehringer als klassisches Kaffeehausangebot: Frühstück, Kuchen, Eis, aber auch kleinere "bierbegleitende Speisen".

Die angebotenen Brötchen und Brotsorten stammen übrigens aus eigener Produktion. Der Weg zur Existenzgründung war durchaus dornig und voller (auch finanzieller) Schlaglöcher: Adelheid Gehringer hatte ungefähr 1001 Auflagen zur "Neueinrichtung einer Gaststätte" zu erfüllen. Eine den Schallschutz- und Statikanforderungen genügende Decke beispielsweise verschlingt da mal eben den Gegenwert eines nicht zu kleinen Neuwagens, die Rampe zur Behindertentoilette muß nicht nur vorhanden sein, sondern das auch noch in einem exakt vorgegebenen Winkel... Als "Sahnehäubchen" aller Schwierigkeiten entpuppte sich zuletzt noch die ordnungsgemäß und fristgerecht beantragte Konzession. Sie wurde nicht, wie zugesagt, pünktlich zur Eröffnung fertiggestellt, sondern schlummerte noch einen weiteren Tag in der Schreibstube des Bezirksamtes, so daß aus dem ersten Tag des "Café BilderBuch" eine große Werbeaktion wurde: Öffnen durfte Adelheid Gehringer zwar, aber nichts verkaufen - da verschenkte sie eben Kaffee und Brötchen an die künftige Kundschaft.

Von der positiven Resonanz schon in den ersten Tagen ist Adelheid Gehringer selbst überrascht: "Das 'BilderBuch' gehörte von der ersten Minute an hier zum Akazienkiez." Wer also in Berlin an Geist und/oder Körper hungert, findet das "Café BilderBuch" in der Akazienstraße 28 (Tel. 78 70 60 57) in Schöneberg täglich ab neun Uhr geöffnet.

Susanne Lellbach-Noll

Quelle: Scheringblätter * 12/1997/1/1998 Dezember/Januar, Standortmagazin, S. 9.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 22.05.2016 um 15.58 Uhr aktualisiert.
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